Auf dem Nationalen Digital Health Symposium, welches am 16.12.2020 in Berlin stattfand, tauschten sich rund 600 Expertinnen und Experten darüber aus, wie der Digitalisierungsprozess nachhaltiger und schneller gestaltet werden könne.

Der Strukturwandel des Gesundheitswesens in Deutschland wurde durch die Corona-Krise beschleunigt, wie durch keinen anderen Faktor je zuvor. Dennoch zeigt sie zugleich Versäumnisse aus der Vergangenheit auf. Fakt ist: alle Branchenteilnehmer, die Politik und die Akteure des Sozialsystems sind mehr denn je dazu bereit, die Digitalisierung nachhaltig voran zu treiben.
So lautet eine der wichtigsten Schlussfolgerungen des digitalen Kongresses: der Mehrwert für den einzelnen Stakeholder muss stärker in den Vordergrund gerückt werden, um die Diskussion zum Nutzen der Digitalisierung noch weiter in breitere Kreise der Bevölkerung hineinzutragen.
Die Möglichkeiten, die Digitalisierung bietet, nehmen weiter exponentiell zu. Ohne die Nutzung der vielen digitalen Optionen wäre Deutschland bisher weniger gut durch die COVID-19 Pandemie gekommen. „Doch klar ist auch, da geht noch mehr“, so Gundula Roßbach, Vorsitzende der GVG und Präsidentin des Deutschen Rentenversicherungs-Bundes. Mit Blick auf das Gesundheitswesen stehe zudem ein hohes Gut im Vordergrund. Die Digitalisierung müsse ein „Mehr“ an Gesundheit erbringen. „Damit dies gelingt, gilt es, den Prozess mit allen beteiligten Akteuren gemeinsam zu gestalten“, sagte Roßbach weiter.

 

Das übergeordnete Ziel lautet: einen Weg zu einem Europäischen Gesundheitsdatenraum – Pandemien im vernetzten Austausch begegnen

Pandemien sind kein nationales Phänomen. Sie machen nicht an Staatsgrenzen halt. Deshalb ist es von essenzieller Bedeutung, dass auf langfristige Sicht Voraussetzungen geschaffen werden, die es Forschenden europaweit oder sogar weltweit ermöglichen zusammenzuarbeiten und Daten schnell und verlässlich auszutauschen. Die elektronische Patientenakte, die Schritt für Schritt forschungskompatibel ausgebaut wird, ist ein wichtiger Schritt in die richtige Richtung. Dennoch müssen noch weitere große Hürden hinsichtlich des Umgangs mit Gesundheitsdaten genommen werden, beispielsweise im Datenschutzbereich und in der Datensicherheit. Das Vertrauen, welches die Bürgerinnen und Bürger in die Digitalisierung des Gesundheitswesens gewonnen haben muss, nun zementiert werden.

Patientinnen und Patienten besser einbinden

Der Einbezug der Bürgerinnen und Bürger ist unabdingbar, um das notwendige Vertrauen in einen grenzüberschreitenden Datenaustausch zur Sekundärnutzung von Gesundheitsdaten zu Forschungszwecken zu schaffen. Die Einwilligung der Patientinnen und Patienten ist Grundvoraussetzung, um medizinische Daten für die Forschung nutzen zu können.

Vor- und Nachteile der Datennutzung müssen durch offene und ehrliche Kommunikation jederzeit benannt werden, um das Vertrauen der Bevölkerung nicht zu verspielen.

Fazit

Die Corona-Pandemie hat eins gezeigt: die besten digitalen Gesundheitsanwendungen nützen nur dann etwas, wenn die Menschen Vertrauen in deren Sicherheit haben. Es wird also in Zukunft sehr wichtig, mit Patienten und Ärzten gleichermaßen im Gespräch zu bleiben, um einen konstruktiven vertrauensvollen Austausch herzustellen.

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